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16.11.2009 von admin.
Unterwegs als Outdoor-Trainer. (Fast) immer dabei: die Kamera, um die besonderen Momente festzuhalten. Eine Begegnung auf einer Wildwassertour. Einige Jahre dazwischen. Eine andere Kunst und die Verbindung dieser Kunstrichtungen zu einem gemeinsamen und bewegenden Thema. Das Ergebnis:
11.11.2009 - BAD KREUZNACH
Von Beate Vogt-Gladigau (AZ Bad Kreuznach)
AUSSTELLUNG Renate von Henneberg und Frank Decker setzen Zeichen
Wasser in vielen Variationen ist bei der Ausstellung “Wasserzeichen” im Haus des Gastes bis 29. November zu sehen. Die Spuren und Erscheinungsformen hat Frank Decker mit der Kamera beobachtet, Renate von Henneberg setzte das Thema kalligrafisch sowohl mit linearem als auch malerischem Charakter um.
Beide Kunstrichtungen seien durch Ästhetik, den Blick auf das Wesentliche und die Präsenz von Formen und Farben miteinander verwandt, führte Kalligrafikerin Elisabeth Näger (München) in die Ausstellung ein.
Renate von Henneberg, in Hallbergmoos bei München geboren, und seit neun Jahren “Neu-Kreuznacherin”, hatte aus gesundheitlichen Gründen den Weg als Keramikerin verlassen und begann vor rund zehn Jahren Papier zu schöpfen und darauf zu “schreiben”. Wichtig ist ihr dabei nicht die lesbare Botschaft, sondern die Harmonie auf dem Blatt. Buchstaben können ineinander fließen, sich überlappen, müssen aber in ihrer Gestaltung ästhetisch sein. So sind in der Arbeit “Wasserfall” malerische Elemente dominant, farbige Flächen bestimmen “Kein Leben ohne Wasser”.
In “Wasserfall” auf Pergament wird Schrift als Bildform eingesetzt und in ” … wenn einer fortgeht” erscheinen Schriftzeichen nur verschlüsselt mit informellem Charakter. Diese formatfüllende Arbeit ist mit einer Pipette gestaltet und erinnert nur durch seine lineare Zuordnung an ein Schriftbild. Spannung auf den Blättern wird durch konträre Schriftzeichen, durch sich bündelnde Linien (”Wer meint, der Glaube sei Schnee”) oder malerisch farbige Bildauffassung geschaffen. Das Instrumentarium von Renate von Henneberg für ihre Werke ist groß. Es reicht vom Rohling-Pen über Bandzugfedern bis zu einer “Cola”-Feder, hergestellt aus einer alten Dose.
Der Diplom-Pädagoge und Outdoortrainer Frank Decker aus Bad Kreuznach hat seine berufliche Nähe zum Element Wasser mit der Digitalkamera “ausgenutzt”. Auch für ihn steht Ästhetik im Zentrum seiner Beobachtungen bei Wildwasser- und Klettertouren. Er sucht dabei den “perfekten Moment”, wie er betont. Er fängt in Makro-Einstellungen oder Langzeitbelichtungen auch verfremdete Situationen ein wie bei “Smaragd I”, “Eiszeit” oder bei “Wellengang”. Ausschnitte (”Weg des Wassers”) bei einer Tour auf der Moesa im schweizerischen Graubünden oder Stimmungsbilder ergänzen den fotografischen Kanon.

Decker lichtet Realität ab und spielt dabei mit Licht, Schatten und Bewegung. Das Spiel von Formen und Farben ist auch die Handschrift von Renate von Henneberg. Fotografien und Kalligrafien sind in der Ausstellung nach farblich passendem Dialog angeordnet und weniger nach inhaltlicher Zuordnung. Die Idee zu dieser gemeinsamen Ausstellung kam von Henneberg und Decker auf dem Wasser: Auf einer Wildwasserfahrt durch eine Klamm der Soca in Slowenien hatten sie sich kennen gelernt.
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